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Orthoconcept möchte dazu beitragen, die Therapie von chronischen Schmerzen kontinuierlich zu verbessern. 

Im Dialog mit allen Beteiligten - Patienten und deren Angehörigen, Ärzten, Arzthelfern und Orthopädietechnikern möchten wir den Blick für die individuellen Bedürfnisse von Schmerzpatienten schärfen und wichtige Hilfestellungen leisten, die die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Therapie verbessern und die Lebensqualität der Betroffenen erhöhen.

 

Schmerzentstehung

 

Für die Empfindung "Achtung Schmerz!" ist das Nervensystem des Körpers zuständig.                       Es gibt zwei Schaltstellen: Rückenmark und Gehirn.

Der schädigende Reiz (z. B. Hitze, Kälte, Schnitte, Knochenbruch, innere Verletzungen, Entzündungen) wird über elektrische Impulse zum Rückenmark geleitet. Das Rückenmark gibt den Befehl zum Reflex, der z. B. bei der Berührung von heißen Flächen das Handwegziehen auslöst. Außerdem werden im Rückenmark die eintreffenden Schmerzsignale gefiltert. Nur wenn der Schmerzimpuls hoch genug ist, erreicht die Information das Gehirn. Dort wird sie weiter verarbeitet, mit anderen Erfahrungen abgeglichen und gespeichert. Im Gehirn findet zudem die emotionale Bewertung des Schmerzreizes statt. Je nach Stimmungslage, persönlicher Erfahrung und Einstellung wird der Schmerz unterschiedlich eingestuft und wahrgenommen.

So kann ein Reiz, der uns an einem Tag stark schmerzt, an einem anderen Tag als nicht so schlimm empfunden werden. Im Zusammenspiel zwischen Rückenmark und Gehirn wird nicht nur der Schmerzreiz verarbeitet, sondern auch gleichzeitig das körpereigene schmerzhemmende System aktiviert. So werden beispielsweise Endorphine freigesetzt, die eine natürliche Schmerzlinderung zur Folge haben.

 

Unterschiedliches Schmerzempfinden 

 

Schmerzen sind ein sehr individuelles Erlebnis. Sie werden von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich wahrgenommen.

Ob Schmerzen als leicht, unangenehm, heftig oder unerträglich empfunden werden, hängt neben der Stärke des Schmerzreizes auch vom Empfinden des Einzelnen ab.

Eine Reihe von Faktoren spielen hier eine Rolle: die individuelle Erfahrung mit Schmerzen, die psychische Verfassung, die Situation und die Stimmungslage. So kann Schmerz beispielsweise in einer mit Angst besetzten Situation als wesentlich intensiver empfunden werden als in anderen Situationen - auch dies ist eine zusätzliche Reaktion zum Schutz vor Gefahr.

Im Laufe seines Lebens entwickelt jeder Mensch eine individuelle Schmerztoleranz, so dass Menschen unterschiedlich heftig auf gleiche Reize reagieren können.

 

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Was ist Schmerz ?

Schmerz ist eine starke und lebenswichtige Empfindung. Wie eine Alarmglocke meldet er, dass im Körper etwas nicht stimmt, beispielsweise bei einer Verletzung oder Krankheit.

In diesem Fall ist der Schmerz, den Sie verspüren zunächst einmal eine Reaktion (= Signal) auf eine Schädigung des Körpers. Sobald Sie einen Schmerzreiz empfinden, reagiert Ihr Körper automatisch richtig: ein Reflex veranlasst Sie weiteren Schaden zu verhindern - z.B. indem Sie die Hand schnell von heißen Flächen zurückziehen. Gleichzeitig wird dieses Erlebnis in Ihrem Gehirn als schädliche Erfahrung gespeichert. Beim nächsten Mal sind Sie schon etwas vorsichtiger, wenn Sie sich einer heißen Platte nähern.

Im Gehirn können körpereigene Opioide (sogenannte Endorphine) ein körpereigenes, schmerzhemmendes System in Gang setzen. Endorphine sind natürliche Hemmstoffe, die die Schmerzweiterleitung unterdrücken. Vor allem in Stresssituationen kann dann der Schmerz trotz ernsthafter Verletzung kurzzeitig unterdrückt werden.

Schmerz kann auch seine Funktion als Warnsignal verlieren bzw. auftreten, auch wenn keine Verletzung vorliegt. Pathophysiologische (= krankhafte körperliche) Veränderungen oder die Psyche können hierfür verantwortlich sein.

In Deutschland leben derzeit circa 15 Millionen Menschen mit einer chronischen Schmerzerkrankung.

Betroffene können im Verlauf ihrer Erkrankung eine gesteigerte Schmerzempfindlichkeit entwickeln. Grund hierfür ist eine herabgesetzte Schmerzschwelle - d.h. auch Reize, die vorher nicht schmerzhaft waren können auf einmal Schmerzen auslösen. Dies kann sowohl körperliche als auch psychische Ursachen haben. Es ist wichtig, chronische Schmerzen so früh wie möglich umfassend und ganzheitlich zu behandeln !

Nehmen Sie Ihre Schmerzen nicht als Schicksal hin. Eine geeignete Schmerztherapie wie die           oc MFT – oc STC oder oc Trigger point kann die Beschwerden auf ein erträgliches Maß reduzieren oder im Einzelfall sogar ganz beseitigen. Die besten Erfolge werden erzielt, wenn die Behandlung möglichst frühzeitig beginnt und konsequent durchgeführt wird. 

 

Chronische Schmerzen

 

Die Schmerzforschung hat sich in den letzten Jahren vor allem auf den chronischen Schmerz konzentriert. Heilt die Ursache eines Schmerzes nicht aus, sind die Nerven ständig weiteren Schmerzreizen ausgesetzt. Das führt zu einer Veränderung der beteiligten Nervenzellen. Die Folge: Durch den ständig erfolgenden Schmerzreiz werden mit der Zeit auch schwache Reize als starke Schmerzen weitergeleitet. Im Extremfall können schon harmlose Berührungen Schmerzen bereiten. Emotionale Faktoren (Stress, Trauer, Wut) verstärken diese Schmerzempfindung.

Patienten mit chronischen Schmerzen leiden häufig unter einem durch Schmerzen bestimmten Alltag und empfinden ihre Lebensqualität als stark eingeschränkt. Die ständige Furcht vor neuen Schmerzattacken kann zermürbend sein.

                                                                                    

Schmerz und Depressivität

 

Wenn chronische Schmerzen das Leben eines Betroffenen in erheblichem Maße beeinträchtigen, haben sie nicht selten auch nachteilige Auswirkungen auf die Psyche. Die Folge kann zum Beispiel sein, dass die betroffenen Patienten antriebsloser werden, seltener das Haus verlassen und so mit der Zeit immer weniger Sozialkontakte pflegen. Wird diese – oftmals schleichende – Entwicklung nicht gestoppt, kann im Laufe der Zeit eine depressive Erkrankung entstehen, die die Lebensqualität weiter einschränkt und darüber hinaus möglicherweise die Schmerzsensibilität erhöht. Der Schmerz kann nämlich durch die Erkrankung stärker empfunden werden, und die Angst vor weiteren Schmerzen kann wiederum die Gemütsverfassung verschlechtern. Schmerzen und Depressionen beeinflussen und verstärken sich dann oft gegenseitig – ein Teufelskreis entsteht.

Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, bedarf es einer Therapie, in der nicht nur der Schmerz alleine, sondern die Schmerzerkrankung in ihrer Gesamtheit betrachtet wird. Dieses sogenannte multimodale Therapiekonzept berücksichtigt das Zusammenspiel von medikamentöser Therapie, psychotherapeutischen Behandlungen (wie zum Beispiel Schmerzbewältigungstraining, Entspannungsverfahren, Partnertherapie oder Wiedereingliederungstraining) und Physiotherapie.

Wenn Sie Anzeichen einer depressiven Erkrankung bei sich oder einem Angehörigen bemerken, sollten Sie auf jeden Fall mit Ihrem Arzt darüber sprechen. Auch hier gilt aber: Sie selbst können bereits viel dazu beitragen, dass es erst gar nicht so weit kommt.

 

Informieren Sie sich in unserem orthoconcept Kompetenzzentrum welche Versorgungs- und Therapiemöglichkeiten für Ihre Erkrankung möglich sind.